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Zwischenfälle

Neuer Kunstverein Wien 12.12.11 – 31.01.12 Text: Katarzyna Uszynska Es sind nüchterne Stadtlandschaften, menschenleere Schauplätze, die den filmischen Blick des Filmemachers und Medienkünstlers Dariusz Kowalski auf sich ziehen. Dabei arbeitet Kowalski mit latenten Bildern der Beobachtung, mit denen er an die Kontrollästhetik von Überwachungssystemen erinnert. Sein Thema ist dabei die Inflation und Instrumentalisierung von Bildern – Bilder als Werkzeuge institutionalisierter Kontrolle und die zunehmende menschliche Orientierungslosigkeit im stetig sich beschleunigenden Bildfluss. So sehr ihn der Diskurs über das Verhältnis von Bild, Kontrolle und Macht, der an Foucaults „Überwachen und Strafen“ denken lässt, sowie über den Verlust von Identität in einer von Bildern überwuchernden Realität interessiert, so sehr sind Dariusz Kowalskis Bilder jedoch von künstlerischen Ambivalenz und manchmal geradezu impressionistisch-romantischen Schönheit beseelt. In seinem medienkritischen filmischen Werk greift er auf die künstlerischen Mittel der Beschleunigung, Repetition und des Loop zurück. So oszillieren in seinen Filmen die Bilder zwischen Stillstand und Unruhe. Echtzeit, Zeitraffung und Zeitverlangsamung bestimmen die Dramaturgie der Filme und verleihen so ein Gefühl der Verunsicherung und Ohnmacht. Sie führen in eine eigenartig bekannte und …

NineteenEightyFour

Austrian Cultural Forum New York, May 26 2010   Artists: Cory ARCANGEL & Hanne MUGAAS (US/NO), Judith FEGERL (A), Nicolas GROSPIERRE & Kobas LAKSA (P), Dariusz KOWALSKI (A), Paul LAFFOLEY (US), Mark LOMBARDI (US), Rachel OWENS (US), Florian & Michaël QUISTREBERT (FR), Gerold TAGWERKER (A), Tris VONNA-MICHELL (UK), Clemens VON WEDEMEYER (D), Flora WATZAL (A), Jordan WOLFSON (US) This exhibition examines the evolution of imagery and language in what has been described as our panoptic era. While its roots are grounded in the concepts that arose from the 1948 novel by George Orwell, Nineteen Eighty-Four, which clearly reflected the historical background of totalitarianism, this exhibition attempts to distance itself from this source by considering forms of surveillance and control today, where an all-powerful apparatus as described in Orwell’s work appears overly simplistic. The expansion of the scope of media, both through information technology innovations and connectivity, has shifted the frontier delineating public and private. Stereotypical notions, such as the ubiquitous eye of „Big Brother“ and CCTV channels constantly recording the streetscape, seem less relevant as …

Cineplex

Experimentalfilme aus Österreich. Wiener Secession, 11. 9. 2009 Ausgewählt von Norbert Pfaffenbichler und Lotte Schreiber mit Arbeiten von Dariusz Kowalski, Annja Krautgasser, Johann Lurf, Dietmar Offenhuber, Norbert Pfaffenbichler, Ben Pointeker und Lotte Schreiber CINEPLEX präsentiert eine exemplarische Auswahl aktueller Experimentalfilme aus Österreich in einer eigens für die Ausstellung entwickelten Architektur, die sich über drei Ebenen der Secession erstreckt. Das Ausstellungsprojekt zielt darauf ab, der marginalen Rezeption der äußerst lebendigen Experimentalfilmszene im Kunstbetrieb entgegenzuwirken und eine Brücke zwischen den weitgehend nebeneinander existierenden Disziplinen der bildenden Kunst und des Films zu schlagen. Norbert Pfaffenbichler und Lotte Schreiber, die beide sowohl als KünstlerInnen als auch als FilmemacherInnen tätig sind, haben sieben Filme ausgewählt, denen gemeinsam ist, dass sie auf das „Filmische“ im Film fokussieren. Die Arbeiten setzen sich mit den grundlegenden Bedingungen des Mediums, wie z.B. mit seiner Geschichte, seinen Techniken, der Filmikonografie und dramaturgischen Konventionen auseinander. Folgen sie darin der Tradition des österreichischen Experimentalfilms, wie er in den 1950-60er Jahren von Peter Kubelka, Kurt Kren u.a. begründet wurde, so verleihen sie ihr nicht zuletzt durch die Verwendung …

Videorama

Videorama Kunstclips aus Österreich Kunsthalle Wien, 4. November 2009 Zeitkristallisationsmaschinen […] repräsentieren die Welt nicht, sie kristallisieren sie durch Kontraktion und Ausdehnung der Zeit und tragen so zu ihrer Konstitution bei. Maurizio Lazzarato Keine überlangen Kompilationen, keine langatmigen Dokus und keine Aneinanderreihung von Black Boxes! Videorama – vom panoramatischen „alles Sehen“ in einer von Bildern überströmten und Kamera überwachten Welt, in der sich als Reaktion zunehmend der Scheuklappenblick einstellt, zum konzentrierten Video, zum „ich sehe“, wie es aus dem Lateinischen übersetzt heißt. Vom Überblick auf das österreichische rezente Videoschaffen des Archivs zu einer Ausstellung mit Werken, die Zeit als formbares und sich im Raum entfaltendes Material versteht. Der Mensch des 21. Jahrhunderts agiert tagtäglich in mediatisierten Räumen, in der so genannten „Reality“, wie es Theoretiker nennen: seien es die traditionellen Medien wie Telefon, Radio, Fernsehen, Kino oder auch das Internet, Facebook, Blogs, die sich längst in unser Leben eingeschlichen und mit unserem physischen Dasein verbunden haben. Ein stetiger Fluss von Laufbildern lässt auch den Besucher des Videoramas taumeln. In der Schau wird die aktuell erlebte …

Interrogation Room

Interrogation Room. Text: Katrin R. Bucher Mit Interrogation Room untersucht Dariusz Kowalski inwieweit Raeume, Blickregime und Machtstrukturen korrespondieren. Der Ausgangspunkt seiner Arbeit ist das raeumliche Setting eines aus Psychiatrie und Kriminalistik  bestens vertrauten Spiegelzimmers bzw. Verhoerraums, das er auf drei Ebenen befragt: als Modell, als begehbare Installation und als Umsetzung im Medium Film. Die verschiedenen Zugangsweisen analysieren eine ambivalente Situation im Uebergang von Beobachtung zu Ueberwachung. Gleichzeitig thematisiert Kowalski komplexe Fragen der Blickkonstruktion in Architektur und Film. Der Interrogation Room fungiert dabei auch als Set fuer den Film und stellt so eine Korrespondenz zwischen dem Ausstellungs- und dem Kinoraum her. Fuer die Diagonale 2009 entsteht außerdem ein Trailer, der ausschließlich im Kino zu sehen sein wird.