Ausstellungen

Cineplex

Experimentalfilme aus Österreich.

Wiener Secession, 11. 9. 2009

Ausgewählt von Norbert Pfaffenbichler und Lotte Schreiber mit Arbeiten von Dariusz Kowalski, Annja Krautgasser, Johann Lurf, Dietmar Offenhuber, Norbert Pfaffenbichler, Ben Pointeker und Lotte Schreiber

CINEPLEX präsentiert eine exemplarische Auswahl aktueller Experimentalfilme aus Österreich in einer eigens für die Ausstellung entwickelten Architektur, die sich über drei Ebenen der Secession erstreckt. Das Ausstellungsprojekt zielt darauf ab, der marginalen Rezeption der äußerst lebendigen Experimentalfilmszene im Kunstbetrieb entgegenzuwirken und eine Brücke zwischen den weitgehend nebeneinander existierenden Disziplinen der bildenden Kunst und des Films zu schlagen.

Norbert Pfaffenbichler und Lotte Schreiber, die beide sowohl als KünstlerInnen als auch als FilmemacherInnen tätig sind, haben sieben Filme ausgewählt, denen gemeinsam ist, dass sie auf das „Filmische“ im Film fokussieren. Die Arbeiten setzen sich mit den grundlegenden Bedingungen des Mediums, wie z.B. mit seiner Geschichte, seinen Techniken, der Filmikonografie und dramaturgischen Konventionen auseinander. Folgen sie darin der Tradition des österreichischen Experimentalfilms, wie er in den 1950-60er Jahren von Peter Kubelka, Kurt Kren u.a. begründet wurde, so verleihen sie ihr nicht zuletzt durch die Verwendung und Thematisierung digitaler Technologie eine neue Gegenwart.

Konzentrierte sich die in den letzten Jahren lebhaft geführte Diskussion über Präsentationsformen von filmischen Werken im Kunstkontext weitgehend auf installative Aspekte kinematografischer Technik, so schlagen Pfaffenbichler/Schreiber einen nahezu entgegengesetzten Zugang vor. Sie haben eine Ausstellungsarchitektur entwickelt, die aus innen wie außen vollkommen schwarzen Projektionsräumen besteht, welche als Raum im Raum aufgestellt sind und dezidiert auf das Dispositiv Kino verweisen. Nur an der Eingangswand durchbrechen weiße Lettern mit den wichtigsten Daten zum gezeigten Film die schwarze Tapete. Wie in Multiplex-Kinos wird in jeder Black Box nur ein Film gezeigt. Dies erlaubt sowohl die Kino-typische lineare Wahrnehmung der einzelnen Filme als auch parallele Rezeptionen, die der Laufbewegung der BesucherInnen folgen.