Autor: Dariusz

In Herstellung „Zwischennutzung“

Im Zentrum meines neuen Dokumentarfilms „Zwischennutzung“ steht dasGebäude der ehemaligen Fleischfabrik „Spitzauer-Weisser“ im elftenWiener Gemeindebezirk Simmering. Vor 20 Jahren kaufte der InvestorErwin Soravia die Fabrik von dem insolventen Fleischkonzern undvermietete die einzelnen Gebäudeteile nicht nur an diverse Kleinfirmenund Handwerker sondern stellte darüber hinaus etliche RäumlichkeitenKünstlerInnen als Ateliers zur Verfügung. Durch diese Zwischennutzungenstand hier eine unverhoffte Nachbarschaft von Handwerkern,Dienstleistern, KünstlerInnen und MusikerInnen, und wodurchunterschiedliche soziale Schichten, Nationalitäten als auch Arbeitsformenin Berührung kommen. In diesem Biotop kommt jeder von woandersher, spricht entweder eine andere Sprache oder einen anderenDialekt.Die Fabrik wird als gemeinsamer Schauplatz zum zentralen narrativenScharnier zwischen den Protagonisten und ihren Arbeitsfeldern.Der Film geht den Spuren der Protagonisten nach, verschränkt sie mitdem Ort, und entwirft durch präzise Beobachtung von Alltag und Arbeitein komplexes Portrait dieser ungewöhnlicher Stätte. Die Erzählungsetzt direkt an dem Niedergang des Ortes an und beleuchtet kritischdie ökonomischen Verdrängungsmechanismen von urbanen Räumendurch Gentirfizierung. Der Filmessay zeichnet ein Bild eines Ortes imWandel,- in seiner Funktion als ein „noch freier“ Ort der Arbeit, Begegnungund kreativen Schöpfung ist er im Verschwinden begriffen. Darinspiegeln sich 20 Jahre Zeitgeschichte und …

Seeing Voices

Text: Paul Ertl (©Filmladen) Eine Politikerin hält einen Vortrag, das Publikum applaudiert. Jugendliche tanzen in der Disco. Ein Geburtstagkind bekommt ein Ständchen gesungen. Gemeinsam haben alle, das sie gehörlos sind – Moment mal, geht das denn überhaupt? Vortrag halten, klatschen, singen, tanzen? Und wie! Für Applaus gibt es in der Gebärdensprache eine eigene Gebärde. Musik erschließt sich den Tanzenden in der Disco über den Rhythmus, den sie spüren. Sogar „Happy Birthday“ singen kann man in Gebärdensprache. Und sie spüren die Schwingungen einer Gitarre, wenn sie die Hand darauf legen, sogar der singenden Stimme, wenn sie die Hand auf den Brustkorb der Sängerin legen. Wenn gehörlose Menschen untereinander sind, fehlt es ihnen an nichts. Nur die Hörenden scheinen das manchmal nicht so recht zu glauben. So auch die Ärzte der Familie Hager – Vater, Mutter und Sohn gehörlos, Tochter hörend. Der neugeborene Emil hat die Gehörtests nicht bestanden und den Eltern wird zu einem sogenannten Cochlea-Implantat geraten, ein chirurgischer Eingriff am Gehirn, der dieses „Defizit“ vielleicht beheben könnte. Doch Barbara Hager möchte, dass sich ihr Kind …

Seeing Voices auf Dvd

Seeing Voices DVD Release in der Edition Filmladen. Ab sofort bei diversen Händlern sowie im Falter Onlineshop. Preise (Seeing Voices): 2018 Int. Deaf Film Festival Shanghai – Silent Magnolia Award for Best Film 2017 Special Mention – Festival International Jean Rouch 2017 Prize of the Public to the Best International Feature Film – Festival de Cine de Madrid 2017 Ehren-Ribbon für den besonderen Einsatz für die Gebärdensprache und die Gehörlosenkultur in Österreich Festivals: DOK Leipzig Germany Leipzig, Nov.2016 One World International HRDFF Czech Republic Prague, März 2017 Diagonale – Festival des österreichischen Films, Graz März 2017 Crossing Europe Filmfestival Linz, April 2017 FILMKUNSTFEST Mecklenburg-Vorpommern, Germany Schwerin, Mai 2017 DOK.fest Munich Germany Munich, Mai 2017 FICDH – Festival Internacional de Cine de Derechos Humanos, Argentina Buenos Aires, Jun. 2017 Douarnenez Film Festival France Douarnenez, Aug. 2017 National Ass. of the Deaf Baden-Württemberg e.V. Germany Stuttgart, Sep. 2017 Bergen International Film Festival Norway Bergen, Sep. 2017 Festival Cine Madrid Spain Madrid, Okt. 2017 Jean Rouch International Film Festival France Paris, Nov. 2017 EU Human Rights Film Days …

Seeing Voices – Text

Text: Paul Ertl (©Filmladen) Kurzsynopsis: Die ProtagonistInnen in SEEING VOICES sind zwar gehörlos, aber ohne Worte sind sie deshalb wahrlich nicht: Die Gebärdensprache birgt ein Paralleluniversum voller Ausdruckskraft und Magie, das den meisten Hörenden unerschlossen bleibt. Ayse, Helene und die gehörlosen Mitglieder der Familie Hager vermissen weder Musik noch das Zwitschern der Vögel, schließlich haben sie es nie gehört, sehr wohl aber das Recht auf ihre Muttersprache. Diesen schmalen Grat zwischen der hörenden und der gehörlosen Welt meistern sie alle auf völlig unterschiedliche Weise – aber keineswegs leise. Langsynopsis: Eine Politikerin hält einen Vortrag, das Publikum applaudiert. Jugendliche tanzen in der Disco. Ein Geburtstagkind bekommt ein Ständchen gesungen. Gemeinsam haben alle, das sie gehörlos sind – Moment mal, geht das denn überhaupt? Vortrag halten, klatschen, singen, tanzen? Und wie! Für Applaus gibt es in der Gebärdensprache eine eigene Gebärde. Musik erschließt sich den Tanzenden in der Disco über den Rhythmus, den sie spüren. Sogar „Happy Birthday“ singen kann man in Gebärdensprache. Und sie spüren die Schwingungen einer Gitarre, wenn sie die Hand darauf legen, sogar …

Seeing Voices im Verleih von Taskovski Films

Taskovski Films Ltd. is London based world sales and production company of independent documentary films. We welcome innovative, playful and risky forms of filmmaking capable of engaging and surprising audiences around the globe. Our passion is discovering new talent and authorial stories. Taskovski Films is co-producer and sales agent of the multi-award winner documentary Czech Dream (The most successful European documentary film), Czech Peace (Grand Prix DMZ Docs), People I could have been and maybe I am (Winner of IDFA, Visions du Réel, HotDocs), Cooking History, nominated for the European Academy Award, winner of special jury award at Hot Docs 2009, FIPRESCI Jury Award, Leipzig DOKS 2009, and many others. Catalogue is available HERE. Taskovski Films Ltd. http://www.taskovskifilms.com/seeing voices

Interview für Austrian Films

«Ich wollte gehörlose Menschen nicht über ihre Andersartigkeit portraitieren, sondern über ihre Kultur.» Dariusz Kowalski zeichnet in Seeing Voices ein vielstimmiges Portrait der Gehörlosen-Community in Wien, das nicht nur ein Gespür für eine Sprache, die auf der visuellen Ebene funktioniert und für Menschen, die sich durch Gebärden Gehör verschaffen, vermittelt. Seeing Voices verweist auch auf den Stellenwert der Gebärdensprache, dem unser Bildungssystem noch immer nicht gebührend Rechnung trägt.   Der Titel Seeing Voices könnte grundsätzlich der Titel eines Experimentalfilms sein oder auch eines filmischen Experiments. Beschäftigte Sie abgesehen vom gesellschaftspolitischen Fokus auf das Thema Gehörlosigkeit auch eine konzeptuelle Ebene, wo es um die Frage ging, wie funktioniert in einem visuellen Medium die Auseinandersetzung mit einer Welt, die von der Akustik und ihrer unzureichenden Wahrnehmung bestimmt wird?   DARIUSZ KOWALSKI: In der Recherche ja. Das hat gewiss mit der ersten Annäherung an das Thema zu tun, da ich ja vom Experimentalfilm komme und manchmal in diese Richtung reflektiere. Das änderte sich, als ich ein Zitat von Nicholas Philibert über seinen Film Le pays des sourds (Im …

Seeing Voices bei DOK Leipzig

Seeing Voices feiert am 4.November seine internationale Premiere bei DOK Leipzig. Lars Meyer (Katalogtext) Vor elf Jahren wurde die Österreichische Gebärdensprache verfassungsrechtlich als „eigenständige Sprache“ anerkannt. Doch von einem barrierefreien und damit inklusiven Alltag für Gehörlose ist man auch hier noch weit entfernt. Das gilt für den einfachen Gang zum Arzt ebenso wie für den Schulbesuch. „Seeing Voices“ zeigt eine Welt, die für die Hörenden oft unsichtbar bleibt – allein schon dadurch, dass in diesem Film mehr gebärdet als gesprochen wird. In konzentrierten Bildern sensibilisiert er auf informative und unterhaltsame Weise für unterschiedliche Lebenssituationen, für die Gehörlose besondere Kommunikationsstrategien ausbilden müssen. Wie verständigt man sich etwa bei einem Tanzkurs? Welche Rolle kommt dem hörenden Kind eines gehörlosen Paares zu? Und wie sieht der Alltag einer gehörlosen Politikerin aus? Einer der eindrücklichsten Erzählstränge begleitet einen Berufsorientierungskurs für Gehörlose und zeigt später eine Teilnehmerin beim Praktikum in der Schneiderei. Angst und Scham darüber, sich nicht immer verständlich machen zu können, vermischen sich hier mit dem Spaß an der Sache und einem ganz besonderen Humor. Sehr deutlich wird, …

Biografie II – WIR

Im Rahmen der Ausstellung: BIOGRAFIE II – WIR 2.–27. September 2014 Begleitprogramm / Filmpräsentation im Kino der Fotogalerie Wien: Dariusz Kowalski – Richtung Nowa Huta, AT 2012, Video, 78:00 min. Einleitende Worte zum Film von Dariusz Kowalski

Online Documentary Cinema on DOC Alliance

Dariusz Kowalski: Observation of Invisible Everydayness   Recurrent images of everyday life. How to get distanced from them? How to see the real shapes, colours and details of objects that we do not perceive any more due to our fast lives? Audiovisual artist Dariusz Kowalski has chosen the method of patient observation by means of the experimental camera. He lets the phenomenon of vision emerge in its full strength in front of the camera objective. Challenging the usual ways of observing the surrounding reality, he explores new forms of the image. Join the neverending collage of blinking eyes and camera lenses with your vision and watch the selection of films by Dariusz Kowalski in the week from March 17 to 23 at DAFilms.com for free! The Polish-born artist based in Vienna, Austria presents four of his films sharing the theme of observation online. In his latest film TOWARD NOWA HUTA, Kowalski follows the transformation of a district in Krakow which he left in his teens. However, rather than conceiving his return to the once familiar …