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In Herstellung „Wurstfabrik“

Im Zentrum meines neuen Dokumentarfilms „Wurstfabrik“ steht dasGebäude der ehemaligen Fleischfabrik „Spitzauer-Weisser“ im elftenWiener Gemeindebezirk Simmering. Vor 20 Jahren kaufte der InvestorErwin Soravia die Fabrik von dem insolventen Fleischkonzern undvermietete die einzelnen Gebäudeteile nicht nur an diverse Kleinfirmenund Handwerker sondern stellte darüber hinaus etliche RäumlichkeitenKünstlerInnen als Ateliers zur Verfügung. Durch diese Zwischennutzungenstand hier eine unverhoffte Nachbarschaft von Handwerkern,Dienstleistern, KünstlerInnen und MusikerInnen, und wodurchunterschiedliche soziale Schichten, Nationalitäten als auch Arbeitsformenin Berührung kommen. In diesem Biotop kommt jeder von woandersher, spricht entweder eine andere Sprache oder einen anderenDialekt.Die Fabrik wird als gemeinsamer Schauplatz zum zentralen narrativenScharnier zwischen den Protagonisten und ihren Arbeitsfeldern.Der Film geht den Spuren der Protagonisten nach, verschränkt sie mitdem Ort, und entwirft durch präzise Beobachtung von Alltag und Arbeitein komplexes Portrait dieser ungewöhnlicher Stätte. Die Erzählungsetzt direkt an dem Niedergang des Ortes an und beleuchtet kritischdie ökonomischen Verdrängungsmechanismen von urbanen Räumendurch Gentirfizierung. Der Filmessay zeichnet ein Bild eines Ortes imWandel,- in seiner Funktion als ein „noch freier“ Ort der Arbeit, Begegnungund kreativen Schöpfung ist er im Verschwinden begriffen. Darinspiegeln sich 20 Jahre Zeitgeschichte und …

Seeing Voices bei DOK Leipzig

Seeing Voices feiert am 4.November seine internationale Premiere bei DOK Leipzig. Lars Meyer (Katalogtext) Vor elf Jahren wurde die Österreichische Gebärdensprache verfassungsrechtlich als „eigenständige Sprache“ anerkannt. Doch von einem barrierefreien und damit inklusiven Alltag für Gehörlose ist man auch hier noch weit entfernt. Das gilt für den einfachen Gang zum Arzt ebenso wie für den Schulbesuch. „Seeing Voices“ zeigt eine Welt, die für die Hörenden oft unsichtbar bleibt – allein schon dadurch, dass in diesem Film mehr gebärdet als gesprochen wird. In konzentrierten Bildern sensibilisiert er auf informative und unterhaltsame Weise für unterschiedliche Lebenssituationen, für die Gehörlose besondere Kommunikationsstrategien ausbilden müssen. Wie verständigt man sich etwa bei einem Tanzkurs? Welche Rolle kommt dem hörenden Kind eines gehörlosen Paares zu? Und wie sieht der Alltag einer gehörlosen Politikerin aus? Einer der eindrücklichsten Erzählstränge begleitet einen Berufsorientierungskurs für Gehörlose und zeigt später eine Teilnehmerin beim Praktikum in der Schneiderei. Angst und Scham darüber, sich nicht immer verständlich machen zu können, vermischen sich hier mit dem Spaß an der Sache und einem ganz besonderen Humor. Sehr deutlich wird, …